Schneeglöckchen im März und April 2019

Liebe Eltern!

Wieder sind zwei spannende Monate ins Land gegangen und es ist an der Zeit eine kleine Rückschau zu halten, um Euch dadurch ein bisschen an unseren Erlebnissen im Wald teilhaben zu lassen. Nach unserem Kehraus in der Peitinger Eishalle am Faschingsdienstag überraschte Christina unsere Wurzelzwerge am folgenden Tag mit einer Kutschfahrt mit der lieben Hanni zur Kiesgrube. Bereits in den Faschingsferien begannen wir, um uns langsam auf das Frühjahr einzustimmen, den Kindern zur Brotzeit Geschichten über Hasen und Schneeglöckchen und „Warum der Schnee weiß ist“ vorzulesen. Natürlich hat das mitleidige Schneeglöckchen dem einstmals farblosen Schnee von seiner Farbe abgegeben und darf aus Dankbarkeit nun mitten im Schnee blühen. Selbstverständlich hinterfragen wir manchmal solche märchenhaften Geschichten auch, um natürliche Phänomene zu erklären, und überlegen, ob die Geschichte wirklich so stimmen kann und, warum der Schnee tatsächlich weiß erscheint, obwohl er doch aus farblosem Wasser entstanden ist. Außerdem haben wir ein Schneeglöckchen genau betrachtet und seine Organe von Wurzel, Zwiebel, Blätter Stängel bis zur Blüte hinauf bewundert und benannt. Schließlich haben wir es im Mäusewald eingegraben, damit dort vielleicht in den nächsten Jahren eine Schneeglöckchen-Kolonie entstehen kann. Auch hat es uns Spaß gemacht, selbstgebaute Schiffchen dort im kleinen Tümpel treiben lassen.

Nach den Faschingsferien überraschte uns ein heftiges Wintergewitter mit Graupelschauer und wir flüchteten uns schnellstens vom Affenwald in den beheizten Bauwagen und beobachteten von drinnen das wilde Treiben draußen. Wer wollte, der durfte zum Zeitvertreib von sich ein Selbstportrait malen. Doch gleich am nächsten Tag war das Wetter so mild, dass wir wieder bis zur Kiesgrube wanderten. Dort bemalen unsere Wurzelzwerge leidenschaftlich gerne die vielen großen Steine mit Wasserfarben, lieben es aber auch die steilen Hänge zu erklimmen und auf dem Hosenboden wieder runter zu rutschen und vieles mehr. Als „Genau-Hinschauen-Übung“ durfte jeweils ein Vorschulkind die Knospen von einem Laubbaum beschreiben. Wir verglichen und besahen uns einzeln die verschiedenartigen Knospen von der Esche (schwarz, eher rundlich), der Buche (braun, sehr spitz), der Eiche (klein, braun, knubbelig), dem Ahorn (grün, relativ groß), der Kastanie (klebrig, braun glänzend, sehr groß) und der Weide, bei der schon die silbernen Kätzchen hervorspitzten, und die Vorschulkinder unternahmen mit großem Eifer Knospen-Suchspiele auf dem Rückweg in den Kinderwald. Am folgenden Tag durfte jedes Kind eine große Kastanienknospe schälen, d.h. erst die Hüllblätter entfernen, dann den weichen Flaum befühlen und nach und nach die pelzigen Blätter aufklappen, bis die Ansätze der Kastanienblütenkerze sichtbar wurden.
Der März benahm sich wie der April und suchte uns schon wieder mit einem Schneesturm heim. Im Bauwagen lasen wir dann ein dazu passendes Bilderbuch von “Lars, dem kleinen Eisbären“ vor und die Geschichte von „Frühling und Winter“, die miteinander stritten, wer von ihnen der Wichtigere sei. Ein Bauer sollte den Streit schlichten und befand am Ende, dass ihm der eine so lieb wie der andere ist, da beide auf ihre Art hilfreich für die Natur sind.
Langsam wurde es Zeit, Osternester zu basteln und unsere Wurzelzwerge wickelten geschickt Stränge von altem, vertrocknetem Klettenlabkraut zu runden oder ovalen Nestern, die sie mit frischem Moos auspolsterten und mit allerlei „Schätzen“, wie leeren Schneckenhäusern, Weidenkätzchen, ersten Blüten usw., ausschmückten. In dieser Zeit las Moni die Geschichte von „Hörbe mit dem großen Hut“ bis zum guten Ende und zur glücklichen Heimkehr von Hörbe und Zwottel vor. Außerdem lernten wir wieder unser Frühlingslied „Grünes Gras und bunte Blumen“ und wenn es regnete sangen wir „Wir denken nicht daran uns einen Schirm zu kaufen!“, wir spielten „Hoch am Himmel“, „Wer hat den Keks aus der Dose geklaut“ (bzw. …das Ei aus dem Nest…), „Fischer, welche Fahne weht heute?“, „Hexe, was kochst du“ und viele andere.
Als unser ältester Wurzelzwerg sein sehnlichst erwartetes Brüderchen bekam, durften wir die ersten Fotos anschauen und haben uns sehr mit ihm über das süße Baby gefreut.
Aber weil im Frühling auch sehr viele Wildtiere Nachwuchs bekommen und es für unsere Wurzelzwerge dabei durchaus gefährlich werden kann, wenn sie aus Versehen z.B. die Kinderstuben der Frischlinge stören, indem sie ins Dickicht laufen, haben wir Tiergeschichten vorgelesen von Tieren, die eben im Frühjahr ihre Jungen bekommen. So lasen wir von der Wildschweinmama und ihren Frischlingen vor (und sprachen ein Betretungsverbot für das Dickicht aus), vom Reh und seinem Kitz, von der Hirschkuh und ihrem Kalb, vom Luchs und dem Fuchs, auch das schöne Bilderbuch „Der Findefuchs“, in dem eine Füchsin ein Fuchsjunges adoptiert und mit ihm viele Gefahren bestehen muss, bis sie gemeinsam in ihrem sicheren Fuchsbau ankommen. Wir hörten eine Geschichte vom Specht, der jedes Jahr aufs Neue eine Spechthöhle „zimmern“ muss, damit sein Weibchen zufrieden ist, während die vorjährigen Höhlen von Meisen und Fledermäusen genutzt werden.
Im „Osterhasenwald“ entdeckten wir nach der Schneeschmelze an vielen Stellen den wunderschönen, „scharlachroten Kelchbecherling“ Das ist ein holzzersetzender Pilz, dessen Fruchtkörper die Größe einer Kinderfaust erreichen kann und der auf am Boden liegenden Ästen wächst, der basische Böden liebt und vorwiegend in Ahornwälder lebt. Er wird als gefährdet eingestuft.

Auf unseren Wanderungen in die verschiedenen Waldgebiete bestaunten wir die Schönheit von Schneeglöckchen, Märzenbecher, Leber- und Schlüsselblümchen, entdeckten die ersten Veilchen, Vergissmeinnicht, Buschwindröschen, Waldbingelkraut, Milzkraut, Sumpfdotterblume und Butterblume sowie kürzlich das lila blühende Immergrün. Wir überlegten, warum diese Blümchen so früh blühen wollen, obwohl es doch oft noch so kalt ist. Und lernten, dass sie sich so beeilen müssen, weil sie bald keine Sonnenstahlen mehr abbekommen, wenn erst die Laubbäume ausgetrieben sind. Wir sogen den schweren, süßen Duft der rosa Blüten des giftigen Seidelbaststrauches ein und die Wurzelzwerge lernten, dass seine – ähnlich wie rote Johannisbeeren aussehenden – Früchte sehr giftig sind.

Der März endete mit dem „Tag der offenen Bauwagentüre“ und wir hatten wirklich Glück mit dem sonnigen Wetter. Herzlichen Dank an alle, die sich dafür Zeit genommen haben! Erfreulicherweise hatten wir auch einige Interessenten, die sich unseren Waldkindergarten anschauen wollten.

Anfang April wanderten wir sogar bis zum Drachenwald und batzelten dort mit frischem Lehm, bauten Brücken über den Bach, ließen uns zu einer Moosschlacht hinreißen, entdeckten große Laufkäfer und beobachteten die ersten Tagpfauenaugen. Wir lernten das Handgestenspiel „Ein Häschen wollt‘ spazieren geh’n“, und das Fingerspiel „Fünf Männer sind in den Wald gegangen und wollten den Osterhasen fangen“, sangen das Spiellied „Auf dem grünen Wiesenwasen hoppeln nette kleine Hasen“ und das Lied von „Stups, dem kleinen Osterhasen“. Wir bemalten ausgeblasene Eier mit Wasserfarben und hängten sie am Rosenstrauch im Kinderwald auf, lasen die Bilderbücher „Die Häschenschule“ und „Frohe Ostern, Pauli“ vor, sowie verschiedene Hasengeschichte z.B. über einen Angsthasen und zehn Osterhasen und eine über ein junges Häschen, das noch nicht gelernt hatte ganz still zu sitzen bis schließlich der Fuchs kam. „Ich bin ja bloß ein Erdenkloß“, dachte es die ganze Zeit, bis sich der Fuchs wieder getrollt hatte. Als dann Ostern näher rückte und der Osterhase immer öfter zur Freude der Kinder seine süßen Eier verlor und ein Wurzelzwerg ihn doch tatsächlich in der Nähe des Räuberwaldes hoppeln gesehen hatte, lasen wir die schöne Geschichte „Der Ostermond“ vor, in welcher der Zusammenhang zwischen dem erstem Frühlingsvollmond und dem Osterfest hergestellt wird und die Kinder bekamen den Auftrag nach dem Mond Ausschau zu halten. Leider war es zu dieser Zeit oft bewölkt… In der Geschichte „Die kleine Sonne“ erfuhren die Kinder, dass in jedem Ei eine kleine gelbe Sonne verborgen ist. Das probierten wir natürlich gleich an hart gekochten Eiern aus und präparierten die Dotterkugel als kleine Sonne heraus.

Als dann alle Wurzelzwerge ihre Osternester fertig gebastelt und eines Mittwochs zwischen den Fichtenwurzeln im Kinderwald versteckt hatten, kam tatsächlich der Osterhase vorbei und füllte ihre Nester reichlich. War das eine Freude!

Weil Mitte April endlich auch die Blätter des Bärlauchs aus der Erde strebten, bereiteten wir uns gleich zweimal hintereinander köstliche Bärlauch-Knödel mit frisch geriebenen Parmesan und zerlassender Butter zu. Hmmm! Die waren richtig guat! – Nicht lecker!!!

Wir wanderten oft zum Räuberwald, die Kinder bauten dort gleich mehrere Tipis, bastelten Bögen, schnitzen sich Pfeile dazu und überfielen sich gegenseitig. Wir entdeckten dort eine riesige Fichte und probierten aus, wie viele Wurzelzwerge es braucht um sie zu umfassen. Außerdem entdeckte Moni ein winziges Vogelnest, vermutlich von einem Zaunkönig. Wir lasen dann dort ein Bilderbuch über Nester vor und wegen des Frühlingserwachens, aber auch wegen des nahenden Muttertags die Bilderbücher „Die Pflanzenmutter“ und „Die Wurzelkinder“ und begannen Ende April die Muttertags-Geschenke zu basteln. Wir spielten in dieser Zeit „Schau nicht um, der Fuchs geht um“, „Eule und Maus“, „Wachhund Bello“, „Mein rechter Platz ist frei“ und ein kompliziertes Fangenspiel, das uns eine ehemalige Wurzelzwergin in den Ferien beigebracht hat. Schließlich am 30. April lasen wir den Kindern aus dem Jahreszeitenbuch die Geschichte „Der Hexenbesen“ vor, die erzählt, wie es zum ersten Maibaum kam.
Nun, das war es dann auch schon wieder mit dem Rückblick. Natürlich haben wir noch viel mehr gespielt, gesungen, entdeckt, erforscht, erfunden und erzählt. Aber wie immer erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern möchten Euch nur eine Einblick in unser spannendes Waldleben gewähren.

Herzlich grüßt Euch
Euer Waldteam
Christina, Miriam, Moni und Eva

Januar-Schneemassen im Wald

Liebe Eltern!

Das neue Jahr 2019 beschenkte uns am ersten Januarwochenende mit solchen Schneemengen, wie wir sie schon lange nicht mehr hatten. War das eine Freude für unsere Wurzelzwerge! Natürlich bedankten wir uns bei König Winter gleich mit dem Handgestenspiel „Schneeflöckchen kamen vom Himmel geflogen“, das wir schon vor den Ferien geübt hatten. Aber nach dem Morgenkreis ging es natürlich gleich zu unserem Schlittenhang, wo wir erst einmal mühsam die Schneemassen weg- und plattrutschen mussten, bevor wir dort wirklich Tempo machen konnten. Und während sich die Kinder um den Hang kümmerten, fing ich an einen Schneehügel aufzuhäufen, damit daraus ein Iglu herausgebuddelt werden kann. Freilich fanden sich schnell viele kleine Helfer ein, die fleißig mitschaufelten. Als es dann fertig ausgehöhlt war, liebten es die Kinder, das Dach zu erstürmen, sich darauf breit zu machen und keinen anderen mehr drauf zu lassen, oder auch sich innen hinein zu verkriechen oder Schneeballvorräte darin anzulegen. Zur Brotzeit im gemütlich eingeheizten Bauwagen erzählten wir uns von unseren Weihnachtsferien, vom Christkind und natürlich von den in Erfüllung gegangenen Wünschen. Wir lasen die „Geschichte von den zwölf Monaten“ und „Der alte Silvester und das Jahrkind“, überlegten uns was schön im alten Jahr war, und auf was wir uns im neuen Jahr freuen.

Die Wurzelzwerge liebten es, viele verschiedene Bilderbücher von „Lars, dem kleinen Eisbären“, die Geschichten von „Stummel im Winter“ (Feldhase) und von „Hörbe mit dem großen Hut“ vorgelesen zu bekommen. Sie lernten das Fingerspiel „Fünf Brüder gehen in den Wald“ und spielten natürlich liebend gerne im Abschluss oder Morgenkreis „Pitsch, patsch, Pinguin“. Da die Schneelast auf den Bäumen zu hoch war um in den Wald gehen zu können, verbrachten wir die Freispielzeit am Schlittenhang und auf der Wiese vor dem Bauwagen, wo Schneemänner, Schnee- und Feenburgen und vieles mehr aus Schnee entstand, was wir natürlich auch mit bunten Wasserfarben wunderschön verzierten, oder wir lieferten uns eine lustige Schneeballschlacht. Doch trotz unseres großen Spaßes im Schnee vergaßen wir nicht die Not unserer gefiederten Freunde und so „kochten“ wir wöchentlich große Mengen Vogelfutter (ein Gemisch aus Fett und verschiedenen Körnern), füllten damit unsere selbstgebastelten Futterglocken aus Tontöpfen mit einem Ästchen durchs Abflussloch, Kokosschalenhälften oder beschmierten große Kiefernzapfen damit und hängten alles am Weißdornstrauch hinter dem Bauwagen auf. So konnten wir dann während der Brotzeit wieder viele Vögel beobachten und anhand unserer Vogelplakate im Bauwagen bestimmen, wer denn da gerade zum Naschen kommt. Einmal konnten wir auch zwei Eichhörnchen auf der Wiese beobachten, die vermutlich in Paarungslaune die Welt um sich herum vergessen hatten und wie wild am Wiesenrand oberhalb des Kinderwaldes Fangstel spielten. Weil es Mitte Januar dann auch so richtig zapfig kalt wurde, schmückten wir die Sträucher in der Nähe des Bauwagens mit vielen von den Kindern selbstgemachten wasserfarbenbunten Eisanhängern, die sich fröhlich im Wind drehten und schaukelten oder es wurden diese von vornehmlich Wurzelzwerginnen gebraucht, um damit ihre köstliche aussehenden Eistorten zu verzieren. Natürlich spielten wir auch ab und zu unsere Klassiker wie „Wachhund Bello“, „Hexe, was kochst du?“, „Fischer, welche Fahne weht heute?“, „Bewegungsboogie“ und „Mein rechter Platz“; besonders gerne aber spielten die Kinder das Kreissingspiel „Im Garten steht ein Schneemann“ und sangen zum Abschlusskreis „Das Spiel ist nun zu Ende“. Manchmal legten wir uns zum Abschluss auch einfach in den weichen Schnee und spürten, wie gemütlich es sich dort liegen lässt, während man dabei die Wolkenbilder über sich vorbei ziehen lässt und darin Fabelwesen entdeckt oder einfach nur Flugzeugen beim Himmeldurchkreuzen zusieht und währenddessen zuhört, was jeder so im Abschlusskreis den anderen von seinem Kindergartentag erzählen möchte.

Als der Schnee dann hart und harschig wurde, mussten wir zuweilen den Schlittenhang sperren, weil die Fahrt darauf sonst zu rasant und gefährlich für unsere Wurzelzwerge geworden wäre. Das Fahrverbot wurde natürlich schnellstens wieder aufgehoben, sobald frischer weicher Schnee gefallen war. Als im Januar dann die Bäume soweit schneefrei waren, dass wir uns gefahrlos aber ordentlich schwitzend durch die hohen Schneemassen in den Spechtwald kämpfen konnten, um nachzusehen, ob die Waldtiere ihre Futter-Christbäume entdeckt und leergefuttert hatten, entdeckten wir auf dem Rückweg über den Affenwald dort unzählige Eichhörnchen-Spuren im Schnee, als hätten sie dort eine wilde Party gefeiert. Wenn frischer Schnee fiel betrachteten wir gerne die Schneeflocken mit Lupe oder Mini-Mikroskop und staunten auch darüber wie Baumflechten und Moose unter dem Mikroskop aussehen. Wir lasen in dieser Hochwinterzeit die wunderschönen Bilderbücher „Olles Reise zu König Winter“, „Tomte Tummetott“, „Rotschwänzchen, was machst du hier im Schnee?“, und die Geschichte von den Spatzenkindern, die im Winter kein Futter mehr finden und denen ein lieber Wurzelzwerg mit Futter aushilft und der, um männliche und weibliche Spätzchen zu unterscheiden, den Spatzenjungs schwarze Lätzchen umhängt. Seitdem bekommen noch nicht einmal ein Jahr alte männliche Spatzenkinder in den Januarwochen vorne an der Kehle einen schwarzen Fleck und können so leicht von den Weibchen unterschieden werden. Tatsache! Wir spielten das Kreissingspiel „Heute woll’n wir Schlittenfahren“, und Anja brachte uns das lustige und schweißtreibende Bewegungslied „Ich bin ein kleiner Schneemann“ bei, das für mich durchaus Parallelen zur Skigymnastik aufweist, und das dann auch noch im Tiefschnee auf der Wiese eher geturnt als gespielt wurde, so hielten wir uns warm in der Januarkälte.

In diesem Monat bekamen wir auch immer mal wieder Besuch von interessierten Schnupperfamilien, und unsere Wurzelzwerge verhielten sich wirklich vorbildlich und luden die Schnupperkinder eifrig zum Mitspielen ein.

Schon Anfang Februar merkte man an den Wurzelzwergen, dass sie sich auf die fünfte Jahreszeit zu freuen begannen. Und so brachte unser ältester Wurzelzwerg das lustige Buch „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ zum Vorlesen mit, außerdem lasen wir vor: „Räuber Hotzenplotz, die fabelhafte Entdeckung“, die Bilderbücher „Der kleine Angstdrache“, „Hokuspokus in der Nacht“, „Räuber Ratte“, „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“, „Der Schrecken aller Monster“, Geschichten aus „Der kleine Zauberer“, ein Gedicht über das Echo, das alle foppt, und natürlich einige Geschichten aus Ottfried Preußlers „Die kleine Hexe“. Zu unseren vielen Brotzeitsprüchen und –liedern kam ein neues Quatschlied hinzu, nämlich „Wir haben Hunger“, in dem es darum geht, dass wir nötigenfalls bereit sind Fliegen, Schnecken und sogar Schlangen aus dem Wald zu essen. Außerdem sangen wir aus gegebenem Anlass das witzige Lied vom „Nein-Schwein“, und jeder steuerte ihm bekannte oder selbst erfundene Strophen zu „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ bei. Wir ließen uns vom mächtigen „Zauberer Schrappelschrut“ in verschiedenste Tiergestalten verwandeln und entdeckten im Schnee immer wieder frische Tierspuren von Fuchs, Hase, Reh, Eichhörnchen und Vögeln, auch spielten wir wieder öfter „Eule und Maus“ oder „Schau nicht um, der Fuchs geht um“. Während wir im Januar wöchentlich nur für die überaus hungrigen Vögel „gekocht“ hatten, dachten wir im Februar auch wieder an uns und bereiteten uns auf dem Lagerfeuer wirklich „guate“ (aber ja nicht „leckere“!!!- des is ned boarisch!!!) Quarkbällchen oder besser Topfnkugal zu, und weil das unseren Wurzelzwergen so viel Spaß gemacht und so guat g’schmeckt hat, haben wir die gleich zweimal hintereinander gemacht. Dadurch hatten die Kinder endlich wieder frische Holzkohle zum Kochen-Spielen und Sich-Hände-und-Gesicht- schmutzig-Machen zur Verfügung!

Natürlich haben wir in den beiden Monaten auch einige Wurzelzwerg- Geburtstage gefeiert, und angeregt durch eine Geburtstagsgeschichte haben wir uns einen Wasserkompass gebaut. Was das ist und wie das geht? – Na, fragt doch mal Eure Kinder, vielleicht wissen die es ja noch! Am „Lumpigen Donnerstag“ feierten wir dann unser Faschingsfest im „Schönen Wald“ und hatten viel Gaudi beim Topfschlagen, Würstel- Angeln, „Tierlein, wie heißt du?“ und Fangstl-Spielen. Zur Brotzeit hat

Christina selbst gemachte tagesfrische köstliche Krapfen für alle mitgebracht. Das war ein Fest!!! Als abschließenden Höhepunkt spielten wir unseren Wurzelzwergen dann das Kasperltheater „Kasperl und die verzauberte Prinzessin“ vor. Am Faschingsdienstag dann feierten wir – erfreulicherweise gemeinsam mit vielen Ehemaligen -unseren „Kehraus“ in der Peitinger Eishalle wild verkleidet, und mit einem üppigen und absolut guaten!!! Büffet mit viel Spaß und bester Laune beim schnellen oder langsamen Kratzen über’s Eis.

Das war es dann auch schon wieder! Jetzt fängt schon bald der Frühling an, und es gibt wieder viel Neues zu erkunden und zu entdecken! Denn schon am 21. Februar beobachteten wir den ersten Schmetterling, einen kleinen Fuchs!

Herzlich grüßt Euch Euer Waldteam

Rückschau von Juni bis August 2018

Liebe Eltern!

Die beiden Monate Juni und Juli hatten folgende zwei wesentliche Schwerpunkte: der Abschied von unseren diesjährigen Vorschulkindern einerseits und unser Sommerthema „Was fliegt denn da? – Insekten!“ andererseits.

Anfang Juni besuchten wir endlich einmal wieder unseren Zauberwald, und die Kinder töpferten begeistert mit dem frischen Lehm aus dem Bachbett. Wir hörten zur Brotzeit eine Geschichte von der „Biene Maya“, und im Anschluss brachen wir zu einer Abenteuer- wanderung zu einem kleinen, geheimen Tümpel auf, an dem sich bestimmt in Vollmondnächten die Feen und Elfen versammeln… Da gerade der Holler noch in voller Blüte stand, buken wir uns am folgenden Tag auf unserer Feuerschale köstliche Hollerkücherl aus. Wie mühsam Eischnee ohne Elektrohandrührgerät zu schlagen ist (wie zu Urgroßmutters Zeiten), lernten die Kinder auf diese Weise auch gleich noch.

Wir entdeckten auf unseren Ausflüge zum Windrad einen Eichenzweig mit murmelgroßen Gallen, die vor winzigen Fliegen nur so wimmelten, und eine Pferdeherde, die wir beim nächsten Mal bei einer Abenteuerwanderung durch den dortigen Wald wieder finden wollten, aber nicht mehr sahen. Auch Gelbbauchunken in den Pfützen am Parkplatz konnten wir beobachten. Wir bestimmten Blätter, Blüten und Früchte von Sträuchern und Bäumen des Waldes, sammelten auf der Wiese Kräuter für unsere selbstgemachte Kräutersalbe (Spitzwegerich, Schafgarbe, Rotklee, Rose) und beobachteten dabei eine Junikäferhochzeit von Tausenden Junikäfern. Mit den Becherlupen beobachteten wir wunderschöne schillernde Käfer, ein „Winden-Federgeistchen“ (kleiner Nachtfalter) und vergrößerten uns damit jede Menge Marienkäferlarven, die an den Brennnesseln im Affenwald zu finden waren.

In den folgenden Wochen lasen wir die Bilderbücher von der „Raupe Nimmersatt“, „Im Traum kann ich fliegen“ (eine Geschichte über die Freundschaft zwischen einem Engerling, dem Käfer „Rotolo“ und der in der Erde überwinternden Raupe „Ria“), die Schmetterlingsgeschichten „Die goldene Hülle“, „Blauflügel“, „Woher der Schmetterling seinen Namen hat“, „Eine Raupe geht auf Reisen“, dazu eine Sachgeschichte über eine Raupe, außerdem „Das Märchen vom Prinz Schmetterling“ und „Yoy, die Raupe“. Auch von unseren Wurzelzwergen mitgebrachte Sachbilderbücher über Marienkäfer und andere Insekten lasen wir vor, ferner zwei Geschichten vom Leben eines Mistkäfers und eine vom „Bienchen Sumsum“, die Bilderbücher „Biene Mela“ und „Bienen“ , und aus dem wunderschönen Buch von A. Möller „Nester bauen und Höhlen knabbern“ die Kapitel über die Mauerbiene, die Blattschneidebiene, die Pillenwespe und den Zigarrenwickler.

Wir sangen begeistert unser Kinderwaldlied und lernten das Kreissingspiel „Schmetterling, du kleines Ding“, sowie ein Fingerspiel vom Leben einer Raupe. Mit unseren Großen übten wir Schleife binden und sie schrieben die Buchstaben „WURZELZWERGE“ für unsere Holzscheiben am Bauwagen vor, die dann auch die Kleineren farblich mitgestalten durften.

Ein ganz besonderer Höhepunkt in dieser Zeit aber war der Besuch unseres Lieblingsimkers, Thomas Müller, der für uns extra einen Bienenkasten auf unserer Wiese am Bauwagen aufgestellt hatte, und der für uns die Rahmen mit den Waben herauszog und uns so einen Blick in das wuselige Treiben in einem Bienenstock werfen ließ. Dabei konnte er uns viel über das Leben und die Nützlichkeit der Bienen erzählen. Mit Hilfe der Kinder markierte er an diesem Tag sogar die Bienenkönigin mit einem hübschen Glitzersteinchen. Danach bekamen unsere Wurzelzwerge sogar noch köstliche Honigbrote geschmiert, die sie verschlangen, als wären sie seit Tagen ausgehungert worden. Außerdem beobachteten wir täglich gespannt, wie unsere extra im Internet bestellten Distelfalterraupen und unsere selbst gesammelten Tagpfauenaugenraupen futterten und futterten und dicker und dicker wurden, bis sie sich endlich an ihren Hinterbeinen aufhängten und verpuppten, um dann ca. zwei Wochen zu ruhen, sich in aller Heimlichkeit zu verwandeln und schließlich als Schmetterlinge zu schlüpfen. Was für ein Wunder! Unseren Juni- und Juli-Geburtstagskindern kam dann stets die ehrenvolle Aufgabe zu, den frisch geschlüpften Schmetterlingen die Freiheit zu schenken. Ganz besonders neugierig machte uns aber eine große dicke hellgraue Raupe, die einer unserer Wurzelzwerge eingesponnen in seiner Faserpelzweste gefunden hatte. Was für ein Schmetterling würde wohl daraus werden? Sie ließ sich ganz schön Zeit mit ihrer Verwandlung! Aber schließlich schlüpfte ein „blaues Ordensband“ aus dem Kokon. Unseren Wurzelzwergen machte es auch gewaltig Spaß, die Schmetterlinge, die sich auf der Wiese tummelten, behutsam mit dem Schmetterlingskescher einzufangen und mit Hilfe unseres Schmetterlingsbuches zu bestimmen. Meistens waren es die „braunen Waldvögel“, die sich einfangen ließen. Einmal paarten sich sogar zwei Schmetterlinge in den Haaren eines Wurzelzwergmädchens. Animiert von so vielen Schmetterlingsbeobachtungen hatten wir die Idee, die Geschichte der kleinen Raupe „Nimmersatt“ als Theater den Eltern am Sommerfest vorzuspielen und begannen mit den Vorbereitungen dazu.

Aber leider war diese wunderschöne sommerliche Entdeckerzeit auch die Zeit, in der wir uns auf den Abschied von unseren tollen großen Wurzelzwergen, die in die Schulen drängen, vorbereiten mussten. Also knoteten wir wie jedes Jahr gute Wünsche für unsere zukünftigen Schulkinder in weiße T-Shirts und färbten diese dann türkis ein, sodass viele weiße Glückwunschsonnen auf den T-Shirts aufleuchteten. Außerdem überlegten wir uns gute Wünsche, die wir ihnen auf große schwere Kieselsteine schrieben, damit sie nicht vergessen, welche guten Wünsche sie in den neuen Lebensabschnitt begleiten sollen. Ja, und dann durften alle zukünftigen Schulkinder mit uns Kindergärtnerinnen in der Kiesgrube übernachten. Christina holte uns alle mit der Kutsche vor der Peitinger Eisdiele Pinocchio ab, und eisschleckend wurden wir zur aufgelassenen Kiesgrube beim Indianerwald kutschiert. Von dort aus machten wir eine Schatzsuche bis zu den Schnalzhöhlen und kehrten müde, aber guter Dinge zu unserem Übernachtungsplatz zurück. Wie schön, dass wir im Dunkeln noch Glühwürmchen entdecken konnten! Am nächsten Morgen bekamen wir von unseren Vorschulkinder-Eltern ein leckeres Frühstück gebracht und erzählten ihnen dafür von unseren nächtlichen Abenteuern. Am neunten Juli dann hatten unsere Vorschulkinder unseren letzten Schulkooperationstermin mit der Alfons-Peter-Grundschule (APGS), und wir feierten dort auf dem Bolzplatz ein lustiges Sportfest mit allen Vorschulkindern sämtlicher Kooperations- kindergärten der APGS. In der gleichen Woche feierten wir dann auch noch bei schönstem Sommerwetter unser Sommerfest, und es war so gemütlich im Wald, dass es uns wirklich schwer fiel, abends nach Hause zu gehen. Eine Woche später unternahmen wir einen Ausflug ins Peitinger Freibad und machten daraus gleich ein Elternfrühstück mit einem gemeinsamen leckeren Buffet. Da uns dieser Sommer mit warmen Sonnenstrahlen nur so verwöhnte, machten wir uns sehr oft auf den langen Weg zur Ammer am Kalkofensteg, und die Wurzelzwerge genossen das kalte Flusswasser als Abfrischung. Aber auch andere verwunschene Plätze mit kühlen Bächen suchten wir diesen Sommer oft auf und pritschelten dort barfuß im Wasser. Schließlich kam der 25. Juli, der Tag, an dem wir feierlich unsere Vorschulkinder „rausschmissen“ und wir ihnen das Bilderbuch vom „Ernst des Lebens“ vorlasen, damit sie wissen, was jetzt so alles auf sie zukommen wird. Wir wünschen ihnen das Beste und hoffen, dass sie uns nicht vergessen und uns oft im Wald besuchen kommen!

Die ersten beiden Augustwochen verbrachten wir zum großen Teil an der Ammer unten und wunderten uns darüber, dass uns nur ein einziges Schnupperkind regelmäßig besuchen kam.

Erste-Hilfe-Kurs und Entdeckungen im Frühling 2018

Liebe Eltern!

Vor wenigen Wochen war bereits der kalendarische Frühlingsanfang, der Osterhase hat uns schon besucht, und es ist, wie ich meine, mal wieder höchste Zeit für einen Rückblick. Wie jedes Mal nach den Weihnachtsferien waren wir natürlich sehr neugierig, ob unsere Waldtiere den für sie reichlich behängten Futterbaum gefunden hatten, und wir schauten dort mal vorbei. Außer einem Apfel und etwas Vogelfutter und Heu war von ihnen fast alles aufgeputzt worden.

Das neue Jahr begrüßten wir mit dem „Märchen von den zwölf Monaten“, dem Bilderbuch „Der alte Silvester und das Jahrkind“  (von  Eduard Mörike) und dem Bilderbuch „Ein gutes neues Jahr“. Wir sprachen über das vergangene Jahr, was war schön daran, was war nicht so schön und jeder überlegte sich einen guten Wunsch für das neue Jahr. Außerdem  lasen wir die Geschichten  von „ Rotmütz, dem Zwerg“  zu Ende, und  die winterlichen Bilderbücher „Es klopft bei Wanja in der Nacht“,  „Lars, der kleine Eisbär“ und  die Geschichte von den „Fünf im Handschuh“ vor.                       

Wir sangen natürlich –  wie immer, wenn ein neues Jahr beginnt  –  von der Jahresuhr, die niemals still steht und von der Mutter, die vier Kinder hat, außerdem  vom Schneemann, der in unserm Garten steht und natürlich weiterhin von den vielen kleinen Pinguinen, die sich leidenschaftlich gerne vom Seeleoparden fangen lassen und beendeten natürlich zwischendurch immer mal einen schönen Waldtag mit unserem Evergreen „Ja, der Waldkindergarten ist aus!“-Lied. 

Mit den vier Erste-Hilfe-Geschichten aus dem Bilderbuch „Hoppla. Aua. Autsch! “ bereiteten wir uns auf unseren Ausflug ins UKM am 15.1. vor und lernten dazu ein selbstgedichtetes „Erste-Hilfe“-Lied, das die wesentlichen Sofortmaßnahmen musikalisch im Gedächtnis verankert. ( Hollahi, Hollaho…) Wir schauten mal unseren Erste-Hilfe-Rucksack durch, benannten seinen Inhalt und besprachen, was man wann wohl brauchen könnte. L., unsere begeisterte Jungärztin, brachte uns ein Erste-Hilfe-Buch über Rettungssanitäter von zuhause mit. Die Kinder setzten die Thematik gleich im Freispiel um, und es wurde fleißig Krankenhaus gespielt. Aber wenn Schnee lag, dann vergnügten wir uns auch am Schlittenhang,  bauten Schneemänner und Schneeburgen, die wir mit Wasserfarben verzierten, verfolgten Tierspuren, spielten Fangstl und Verstecken, lauschten immer mal wieder auf die Geräusche des Waldes u.v.m.. 

Ganz besonders freuten wir uns, als R. mit ihrem kleinen S. bei uns vorbei schaute und als wir gemeinsam L. Geburtstag feiern durften. Ende Januar hatten dann alle ihren Bilderrahmen für unseren Geburtstagskalender fertig gebastelt, und wer wollte half beim Bilderaufhängen im Bauwagen. Die Kinder lieben es, während der Brotzeit immer auf ’s Neue zu bereden, wer wann mit Geburtstagsfeiern dran ist.

Unsere Faschingssaison stand dieses Jahr unter dem Motto „im Märchenwald“ und wir begannen mit der Geschichte von „Dornröschen“, die wir zur Brotzeit vorlasen, Dazu passend spielten wir in den folgenden Tagen das Kreissingspiel „Dornröschen war ein schönes Kind“  mit wechselnden Rollen. Das wunderschöne Märchenbilderbuch von A. Fuchshuber „Mitten in einem großen, großen Garten“  handelt von der  Magie des Lachens, mit der man sogar grimmige Riesen besiegen kann.  Wir lauschten dem Märchen vom „Froschkönig“ und nahmen das Verhalten der Königstochter zum Anlass über Themen wie  Hilfsbereitschaft, Worthalten, Freundschaft usw. zu reden. Dazu führten wir das Spiel „Ist ein Mann in ’n Brunnen g’falln“ ein. Wir lasen die Märchen „Die Bienenkönigin“, „Die Bremer Stadtmusikanten“, „Doktor Allwissend“,  „Maschenka und der Bär“, eine Ritter und Drachengeschichte sowie an Sofians Geburtstag eine Gespenstergeschichte  und schließlich das Märchen vom „ Gestiefelten Kater“  vor und lernten das dazu passende Kreissingspiel vom  „Zauberer  Schrappelschrut“ . Wir  spielten öfter  „Hexe, was kochst du heute?“  oder „Fischer, welche Fahne weht heute?“. Das Spiel „Armer schwarzer Kater“ war allerdings ein großer Flopp, da die Kinder es überhaupt nicht lustig fanden, dabei nicht lachen zu dürfen. Wie recht sie doch hatten!!! Woran wir aber alle großen Spaß hatten, war gemeinsam  ein Märchen oder eine lustige Quatschgeschichte zu erfinden, wobei immer ein anderer weitererzählte, wenn ein Erzähler bei der Geschichte  gerade nicht mehr weiter wusste. Unsere Fingerspiele zum Einläuten der Brotzeit sind ja sowieso märchenhaft „Auf einem hohen Berge“, „ Morgenfrüh um sechs“, „Die Räuber schimpfen sehr“. Aber an Fasching darf natürlich nicht das Fingerkasperletheater „Langsam geht der Vorhang auf“ fehlen.

Das Wetter war in dieser Zeit ziemlich wechselhaft. An einem Tag suchten und benannten wir die ersten Frühblüher wie Märzenbecher, Schneeglöckerl,  Leberblümchen und Schlüsselblümchen auf dem Weg zum Indianerwald, dann vergnügten wir uns wieder am Schlittenhang oder bauten Schneeburgen.  An den Tagen vor unserer Faschingsfeier schmückten wir unseren Kinderwald mit bunten Eisanhängern.                                                                                                                                             Am Tag der Fete waren unsere Vorschulkinder zunächst von der Schule eingeladen, das Märchen „Die goldene Gans“  als Theaterstück anzuschauen. Im Kindergarten ging dann die Sause los mit „ Eins, zwei, drei im Sauseschritt“ und es wurden Brezen geangelt, Krapfen verspeist, „Reise nach Jerusalem“ gespielt und das sehr lustige Bilderbuch „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“ von A. Scheffler zur Brotzeit vorgelesen. Passend zum Buchtitel tauchten dann auch noch der kleine Welpe Wanja und ich am Ende des Vormittags auf. Tags darauf spielten wir den Kindern  im Bauwagen das Kasperletheater „Das verlorene Zauberbuch“ vor und hatten anschließend viel Spaß beim Topfschlagen. Den krönenden  Abschluss unserer lustigen Faschingssaison bildete am Faschingsdienstag unser Ausflug in die Eishalle wo alle Jecken verkleidet kommen konnten und wir uns an einem köstlichen gemeinschaftlichen Buffet stärken und laben durften.

Nach der sogenannten „Fünften Jahreszeit“ startete für unsere Großen der lang ersehnte Erste-Hilfe-Kurs „Trau dich! – Keiner ist zu klein um Helfer zu sein!“, der immer montags, manchmal auch dienstags im Bauwagen nach der Brotzeit durchgeführt wurde (und noch wird). Unsere Vorschulkinder R. und L. versorgten uns mit jeder Menge Verbandsmaterial durch ausgemusterte Auto-Verbandskisten und so übten alle verschiedene Pflasterverbände (Fingerkuppen- und Ellbogenpflaster), Verbände anlegen mit Hilfe eines Verbandspäckchens oder einer Wundkompresse und einer Mullbinde, einen Notruf absetzen, Verstauchungen kühlen (was eignet sich zum Kühlen? -> Suchen und Vergleichen von „Naturkühlmaterialien“, was fühlt sich kühler an?),u.v.m. Mittlerweile sind sie echte Profis und brauchen uns eigentlich nicht mehr, sondern schneiden sich die nötigen Pflaster selber zu, trösten, holen Hilfe, wenn nötig… und singen stets gerne unser Erste-Hilfe-Lied. Als wir das Thema Beulen behandelten, hatte L. just an diesem Tag ein passendes und noch dazu witziges Bilderbuch von „Mama Muh“ dabei, dem die Kinder begeistert lauschten. Anfang März fingen wir auch schon bald an, unsere Osternester aus Weidenzweigen zu flechten und mit weichem Moos auszupolstern. Weil es im März dann nochmal einen enormen Kälteeinbruch gab, kochten wir  fleißig für unsere gefiederten Freunde aus Fett, Haferflocken und diversen Körnermischungen, die die Kinder eifrig mitbrachten, begehrtes Vogelfutter, das wir an den Weißdorn- und Hollersträuchern am Bauwagen so aufhängten, dass wir während unserer Brotzeit vom Bauwagen aus gut die hungrigen Vögel beobachten konnten. Heerscharen von Blaumeisen, aber auch Spatzen, Kohl- und Tannenmeisen, Kleiber, Buchfinken, ab und zu ein Buntspecht und Amseln besuchten unsere Futterstellen. Passend dazu schmückten wir unseren Bauwagen mit zwei Postern zur Bestimmung heimischer Vogelarten (eines davon brachte uns R. mit). Außerdem hängten wir auch noch Plakate zur Bestimmung von Tierspuren im Schnee und zur Schmetterlingsbestimmung im Sommer auf.

Natürlich vergaßen die Kinder auch unser Eichhörnchen nicht und legten ihm regelmäßig feine Walnüsse ins “Eichhörnchenrestaurant“. In dieser Zeit lasen wir den Kindern die Bilderbücher „Wolfine, das Schaf“, „Tomte Tummetott“, „Wie der Schneemann wieder lachen konnte“, „Der Apfelbaum“, „Rotschwänzchen, was machst du hier im Schnee?“, „Familie Steinkauz“. „Flieg doch mit, kleine Eule“ vor,  und sie hörten Geschichten von Spatzen und warum die männlichen schwarze Lätzchen auf ihrer Brust haben, „Warum der Zaunkönig mitten im Winter singt“ (Quatschgeschichte), eine Sachgeschichte über den Buntspecht, die Geschichten „Die Vogelhochzeit“, „Was suchst du kleiner Bär“  und das Buch „Die kleine Eule“. Wir lernten das Handgestenspiel „Zwei Vögel sitzen im Nest“, sangen mit den Kindern die Lieder „Alle Vöglein sind schon da“, „Tick,tick,tick, was klopft denn da im Ei“, und „In unserm Garten, da sitzt ein Amselkind“  (leider mussten wir in dieser Zeit auch eine tote Amsel begraben), spielten das Kreissingspiel „Im Garten steht ein Schneemann“ und wärmten uns, wenn’s kalt war, beim Bewegungs-Boogie-Woogie und beim Siebenschritt-Tanz auf.

Wir malten selbstgebaute Halbhöhlen-Nistkästen mit Wasserfarben an und lackierten diese außen mit ungiftigem Klarlack.                                                                                                                                          Wir buken uns auf dem Lagerfeuer feine Pfannkuchen aus und füllten sie wahlweise mit selbstgemachten pikantem Kräuterquark oder süßem Bananenquark. Tags darauf lasen wir das Bilderbuch von Erik Carle „Das Pfannkuchenbuch“ vor. Eine Geschichte, die den Kindern vor Augen führt, wie viel  Arbeit nötig ist, bis ein Pfannkuchen gegessen werden kann (vom Säen des Getreides über das Ernten, Dreschen, Mahlen, Melken einer Kuh, füttern der Hühner, damit sie Eier legen usw. bis zum Holzhacken, um den Herd einzuheizen). Damit wir unseren Bauwagen in der Kälteperiode  gemütlich heizen konnten, trugen unsere Kinder regelmäßig fleißig Brennholz von Christinas Bus hoch und schlichteten es unter die Sitzbänke.

Am 20.2. feierten wir bei noch winterlichen Temperaturen T. Geburtstag und fast einen Monat später, am 13.3., kam Herr N., ein Freund unseres Waldkindergartens, an einem warmen sonnigen Tag vorbei, um unserem Jakob-Fischer-Apfelbaum vor dem Bauwagen den nötigen Frühjahrsschnitt zu geben. Bei wärmerer Witterung besuchten wir endlich auch wieder den Indianer-, den Biber- und den Mäusewald, suchten Frühlingsblümchen, batzelten mit Lehm oder hackten Eisbrocken aus noch zugefrorenen Tümpeln. Wichtig war uns in dieser Zeit auch, mit den Kindern mal wieder unsere wichtigsten Waldregeln zu besprechen, diese auf einem Plakat festzuhalten und es  für alle sichtbar im  Bauwagen aufzuhängen.          

Als dann die Osterferien immer näher rückten und die Kinder immer öfter erzählten, dass der Osterhase bei ihnen zuhause bereits vorbeigehoppelt war und Schokoeier verloren hatte, sangen wir das Lied von „Stups, dem kleinen Osterhasen“, pfiffen so gut wir konnten nach ihm und lasen Geschichten von „Stummel“, einem kleinen Feldhasenkind vor. P. brachte uns ein Osterhasen-Buch von sich zum Vorlesen mit, und A. hatte mal ein wunderschönes Bilderbuch vom Osterhasen-Franz dabei. Am 23.3. probierten wir es, versteckten die Nester im Kinderwald und hatten Erfolg! Denn der Osterhase legte in die Nester der Kinder sehr großzügig süße Köstlichkeiten, während wir wegen der Kälte im Bauwagen saßen und Brotzeit machten.  Schließlich besuchten wir als Ferienausflug am Gründonnerstagvormittag den Eulenzüchter Herrn Grininger in Hohenpeißenberg und durften in seinen Volieren Uhus, Schleiereulen, Schneeeulen, Waldohreulen und viele andere Eulenarten aus nächster Nähe bestaunen.     

Euer Waldteam

Adventszeit 2017

Liebe Eltern!

Der letzte Rückblick endete mit unserem schönen St. Martinsfest und gleich am Montag darauf  holten wir unsere Poporutscherle aus dem Bauwagen, um an unserem Schlittenhang Fahrt aufzunehmen. In den folgenden Tagen bauten wir Schneeigel und Schneemänner auf der Wiese und ließen riesige Schneekugeln den Hang hinunter rollen, um zuzusehen, wie sie in ihrem schnellen Lauf  auseinander brechen. Wir sangen das Lied „Herr Winter, Herr Winter, wann kommen ihre Kinder?“, spielten das Kreissingspiel „Ein kleiner Pinguin“, wobei unsere L. irgendwann zurecht meinte, dass das Lied ja schon eigentlich ein rechter Schmarrn sei, weil doch nie ein Eisbär jemals einen Pinguin fressen könnte. Deswegen änderten wir es kurzerhand ab und ließen uns Pinguine von da an von einem Seeleoparden fressen bzw. fangen. Lag  kein Schnee, dann wanderten wir einfach in den Biberwald, wo wir uns ein neues und viel gemütlicheres Waldsofa gebaut hatten, und rutschten dort die Lehmbodenrutsche hang abwärts oder stauten das Wasser, balancierten über die Baumstämme oder kletterten auf die Wurzelteller im Indianerwald.     

Am 20.11. brachten L. und S. ihren kleinen Baby-Igel Fritzi mit. Damit er nicht frieren muss und er sich dadurch voreilig in den Winterschlaf verabschieden würde, hatten wir den Bauwagen gut eingeheizt. Zunächst durften wir uns den kleinen Kerl aus der Nähe ganz genau anschauen, dann konnte jeder, der wollte, sein Stachelfell streicheln und schließlich seinen weichen Bauch befühlen. Danach durfte Fritzi unseren gemütlichen Bauwagen erkunden. Bei der Brotzeit wiederholten wir anhand der Bilder das Buch „Pieks, der Igel“ und lasen die letzten Seiten über seinen Winterschlaf, das Aufwachen im April und die Kinderaufzucht. Wir sangen nochmal unser Lied vom Igel der nicht zum Frisör wollte und das Igelschlaflied „Kleine Igel schlafen gern den ganzen Winter lang“. Intensiver beschäftigten wir uns nach St. Martin mit dem Thema Freundschaft. Dazu lasen wir die Bilderbücher „Nur wir alle“, „Mausemärchen und Riesengeschichte“ und Geschichten aus „Rotmütz, der Zwerg“,  die Inhalte wie Ängstlichkeit, Mut, Kooperation, Anderssein, Vorurteile, Hilfsbereitschaft  und anderes mehr mit dem Thema Freundschaft in Beziehung setzen und philosophierten mit den Kindern während Brotzeitgesprächen über ihre Vorstellungen zu dieser Thematik.

Als dann wieder Schnee lag begannen wir Nikolausschuhspuren zu suchen, fanden aber hauptsächlich die Trittsiegel von Rehen, Hasen und Füchsen. Am 24.11. hatte R. während unserer Brotzeit die gute Idee mal wieder das Nikolaushaus in der Nähe der Ammer zu besuchen. Also schrieben wir gemeinsam einen kurzen Brief an den Nikolaus, wer wollte, malte etwas dazu und wir wanderten gestärkt durch die Brotzeit und somit ohne schweres Gepäck los. In der folgenden Zeit sangen wir verschiedene Nikolauslieder „Lasst uns froh und munter sein“, „Wieder geht der Nikolaus“, „Nikolo bum, bum“ und das Spiellied „Der Nikolaus“, bei dem ein Kind als der Nikolaus den Inhalt seines Sackerls (Zapfen, Tannenzweig, Orange. Socken usw.) von den anderen ertasten und erraten lässt. Die Kinder lernten die Bilderbücher „Die Geschichte des heiligen Nikolaus“ und „Wach auf, Siebenschläfer, Sankt Nikolaus ist da“ kennen. In dieser Zeit „kochten“ wir uns köstliche mit Marzipan, Nüssen und Rosinen gefüllte Bratäpfel in Sahne-Marzipansauce auf unserem neuen Ofen im Bauwagen, die Kinder sägten für unseren Geburtstagskalender Äste als Bilderrahmen für die Fotos zurecht, wir feierten 2I. Geburtstag am 27.11., lasen die Bilderbücher „Hallo sagt der Mond“, „Die Eule und der Stern“ und „Das Grüffelokind“ vor, sowie die Geschichte von „Hänschen Apfelkern“ (am Bratapfel-Kochtag).

Die Adventszeit begann damit, dass K. und L. unter fleißiger Zuarbeit von M., T. und S. (Tannenzweige zurechtschneiden) für uns einen wunderschönen Adventskranz steckten. Wir begannen den Bilderbuch-Adventskalender „Elias geht nach Bethlehem“ vorzulesen und lernten die vielen Strophen des Weihnachtsliedes „Kam ein Hahn nach Bethlehem“ singen, wobei wir diesmal eine extra Strophe für den Esel dazu gedichtet haben. Als Adventskranzlied sangen wir jeden Morgen „Wie eine Kerze leuchtet“. Am Montag, den 4.12. durften unsere Großen zum ersten Mal unserer Kooperationsschule, der Alfons-Peter-Grundschule, einen Besuch abstatten. Wir waren dort auf eine kleine Adventsfeier eingeladen mit gemeinsamer Bilderbuchbetrachtung „Ein Esel geht nach Bethlehem“, Weihnachts- und Winterliedersingen und  einem Buffet mit Mandarinen, Lebkuchen und Kinderpunsch. In der Adventszeit bastelten eure Kinder fleißig Weihnachtsgeschenke für euch, die Kleineren Windlichter mit selbst gesammelten Waldschätzen, die Größeren Krippen auf Baumscheiben mit Erdnussfiguren und kleiner Landschaft, dazu – wer wollte – einen kleinen Stern aus Weidenzweigen geknickt mit Draht und Perlen verziert. Wir lernten das Fingerspiel „Fünf Brüder gehen in den Wald“ und lasen das Bilderbuch „Wie die Sonne ins Land Malon kam“ am kürzesten Tag des Jahres vor und erinnerten uns daran, wie warm und hell es doch im Sommer war und freuten uns schon auf mehr Sonne und Wärme. Natürlich feierten wir zuvor am 18.12. K. Geburtstag im Schönen Wald. Außerdem spielten wir je nach Wunsch der Kinder oft Spiele wie „Eule und Maus“, „Schau nicht um, der Fuchs geht um“, „Wachhund Bello“ u.v.a.m.. Schließlich feierten wir am Freitag den 22.12. unsere Weihnachtsfeier im Spechtwald, lasen die Weihnachtsgeschichte, sangen Weihnachtslieder und hatten köstliche Weihnachtsplätzchen als Brotzeit. Doch zu allererst schmückten wir für die Waldtiere eine kleine Fichte als wunderschönen, reichhaltigen Futterbaum und zündeten daran Christbaumkerzen an. Zur Abholzeit wurden alle von N. mit einem köstlichen Kinderpunsch zu einem kleinen Umtrunk eingeladen. Vielen Dank für die Vorbereitungen! Ich glaube, wir sind schon alle sehr darauf gespannt, wie sehr sich Rehe, Hasen, Mäuse und Vögel in den Ferien an dem Futterbaum gütlich getan haben.

Herzlich grüßt Euch

Euer Waldteam                                                                       

    

Der goldene Oktober 2017

Liebe Eltern!

Es ist, wie ich meine, wieder einmal Zeit für einen kurzen Rückblick auf den Oktober 2017 und noch weiter bis zu unserer St. Martins-Feier am vergangenen Freitag, den 10. November.

Zu Beginn des diesjährigen goldenen Oktobers freuten wir uns über die zunehmende herbstliche Blattfärbung vor allem unserer goldenen Buchen im Kinderwald aber auch über das Gelb des Feldahorns, das leuchtende Rot der Wildkirschen, und die bunten Blätter der Pappeln. Dazu  lernten wir die Fingerspiele „Der Herbst“,  „Eine kleine Spinne“ und  „Ein Blatt hängt am Baum“, erzählten die Geschichte  „Die Waldmaus entdeckt den Herbst“  und lasen das Bilderbuch von der etwas gemütlicheren Maus namens „Frederick“ und  hörten eine Sachgeschichte über „Die Waldmaus“ (aus „Kinder lernen Waldtiere kennen“).

Nach dem etwas heftigeren Sturm am 5. Oktober, war unser Waldboden mit einem bunten Blätterteppich bedeckt. Das war Anlass, um mit den Kindern darüber nachzudenken, warum eigentlich die Bäume im Herbst ihre Blätter verlieren (Schneebruchgefahr, Wassermangel durch Bodenfrost, Abfall = Stoffwechselprodukte loswerden). Dazu sahen wir uns das Bilderbuch von A.Möller „Zehn Blätter fliegen davon“ an, jedem dieser vom Herbstwind verwehten Weidenblätter widerfährt ein anderes „Schicksal“, eines fällt in ein Lagerfeuer, eines ins Wasser und wird somit zum Rettungsfloß für ein ertrinkendes Insekt, eines schmückt eine Laterne usw. Während dieser Tage haben wir natürlich auch angefangen unsere Laternenpapiere mit Wachsbatik zu gestalten. Als wir dann am 9. Oktober unsere Räubersuppe (vulgo: Gemüsesuppe) auf dem Lagerfeuer kochten, konnte ich den Kindern mit dem Bügeleisen meiner Urgroßtante zeigen, wie man anno dazumal bügelte. Natürlich bügelten wir keine Klamotten, sondern Valentins Laternenpapier! Dazu angelte ich glühende Kohlenstückchen aus unserer Feuerschale, legte sie in das antike Bügeleisen und bügelte das zwischen Zeitungspapier gelegte Wachsbatik-Papier, um das Wachs zu schmelzen, damit  es in das Papier einfließt und  es somit transparent wird.

Nach der Waldmaus schenkten wir einem weiteren Wildtier unserer Aufmerksamkeit, nämlich dem Igel. Moni las eine Igelgeschichte vor, Anja lernte uns ein Fingerspiel vom Igel „Morgens wenn die Sonne lacht“ und ich las den Kindern über mehrere Tage verteilt das Bilderbuch „Pieks, der Igel“ vor, das sehr ausführlich vom Aufwachsen eines Igelkindes, seiner Reviersuche, den Gefahren für ein Igelleben bis zur ersten Überwinterung in einem Komposthaufen erzählt. Das Aufwachen im Frühling und der eigene Nachwuchs steht noch aus, wird aber aus gegebenen Anlass nächste Woche erzählt (am Montag bringt L. Mama, einen winzigen Igel mit, den L. beim Radeln gefunden und geborgen hat). Wir sangen einen jährlichen Evergreen, das Schmarrn-und Protest-Lied „Es war einmal ein Igel“ vom Igel, der nicht zum Friseur wollte. Wir legten für uns selber Laubhaufen an, in die wir hineinsprangen und ganz Mutige ließen sich in einen Laubhaufen einbetten, um sich mal wie ein echter Igel kurz vor dem Winterschlaf zu fühlen.

In dieser Zeit begleitete uns unsere Praktikantin L., Pädagogikstudentin und Schwester eines ehemaligen Kindergartenkindes, und wir feierten den Geburtstag unserer L. vom Schmautzenberg, Am Tag danach luden wir bei sonnigstem Herbstwetter zu unserem „Tag des offenen Waldes“ ein. Vielen Dank an alle, die sich dafür extra Zeit genommen haben und auch an die, die einen Beitrag zum leckeren Buffet geleistet haben. Auch wenn nicht so arg viele Interessenten der Einladung gefolgt sind, so war es doch für uns alle ein schöner gemeinsamer Nachmittag. Am 19. Oktober feierten wir mit Regina ihren Abschied und jedes Kind überlegte sich für sie oder das Baby einen guten Wunsch. Regina, wir alle hoffen, dass sämtliche Wünsche in Erfüllung gehen. Und nochmal vielen Dank für das tolle Buch, das du den Kindern zum Abschied geschenkt hast!

Im Oktober spielten wir natürlich auch wieder unsere Klassiker „Wachhund Bello“ und „Eule und Maus“, kramten aber auch wieder die Spiele „Schau nicht um, der Fuchs geht um!“ und „Hexe, Hexe, was kochst du heute?“ heraus, ein Spiel, bei dem sich die Kinder mit so vielen Schritten der Hexe nähern dürfen, wie das Gericht, das sie nennt, Silben hat (z.B. „Pfannenkuchen“ = vier Schritte), bis die Hexe auf die Frage mit „Kinder“ antwortet und losrennt um eines zu fangen, das dann die nächste Hexe sein darf. Außerdem lernten wir ein neues Brotzeit-Lied „Die Mühle, die braucht Wind“, sangen manchmal auf Wunsch der Kinder „Ich hol mir eine Leiter“ und malten mit Wasserfarben, schnitzen, sägten, kletterten, balancierten und spielten in unseren verschiedenen Waldgebieten.

Dann brachte der 23. Oktober endlich kaltes, regnerisches Wetter! Denn bei sonnigem Herbstwetter lässt es sich nur schwer vorstellen, wie St. Martin durch Schnee und Wind reitet und seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilt. Also begann mit diesem Datum unsere Martinszeit und die Kinder hörten zunächst die Geschichte dieses mitfühlenden Menschen. Dann überlegten wir gemeinsam, wann und wie wir einander im Kindergarten helfen können und die Kinder bekamen als Hausaufgabe auf, auch mal daheim zu schauen, wie sie Mama, Papa oder ihren Geschwistern helfen können. Am nächsten Tag berichteten sie dann voll Stolz über ihre guten Taten! Wir lernten gemeinsam die Martinslieder „Warm ist mein Licht“. „Ein bisschen so wie Martin“, „Als Martin ein Soldat noch war“ und natürlich „Ich geh‘ mit meiner Laterne“. Dann überlegten wir uns, dass wir die Legende vom heiligen Martin als Theaterstück am St. Martinsfest vorspielen könnten, damit jeder weiß, was wir eigentlich Feiern, ein Fest der Nächstenliebe. In verschiedenen Bilderbüchern und Geschichten lernten die Kinder noch andere kennen, die gerne teilen und helfen wollen, z.B. „Der Riese Rick“, „Grimi, der kleine Wolf“, „Varenka“,  „Die Laterne Lumina“ und  „Der Schuster Martin“. Zwischendurch las ich immer wieder einmal eine Geschichte von dem guten und hilfsbereiten Zwerg „ Rotmütz“ vor, den unsere Kinder wirklich lieben.

In den Herbstferien besuchten uns unsere Ehemaligen, die offensichtlich im „Bibi und Tina“- Fieber sind. Deswegen bastelten dann alle auf einmal Hexenbesen aus getrockneten Gräsern und Stecken, und ritten eifrig auf dem Damm des Schlammweihers herum. A. und H. lernten uns spontan im Abschlusskreis das Lied von der „Hexe vom Teufelsmoor“. Am Tag darauf hatte N. dankenswerterweise für uns und unsere Ehemaligen die Peitinger Eishalle klargemacht. A. baute sogar für uns einen Übungspacour auf und wir hatten alle viel Spaß bei unserem Ausflug auf’s Eis.                                                                                

Nach den Ferien erkundeten wir in eifrig den Mäusewald mit seiner wilden und verwunschenen Landschaft, entdeckten einen Weidenbaum, der  über und über mit glibberigen „Judasohren“ (=Baumpilz) bestückt ist und sich hervorragend für die Kleineren zum Klettern eignet. P. fand einen Rohrkolben, dessen weiche Samenwolle er begeistert herauszupfte und davon wehen ließ. Bei unseren Spaziergängen entdeckten wir die Spuren eines Rehes und eines Rehkitzes in der feuchten Erde. Am 8.November feierten wir B. Geburtstag.

Und als wir alle schließlich unsere Laternen fertig gebastelt hatten, feierten wir vergangenen Freitag unser St. Martinsfest auf der Wiese am Bauwagen mit unserem Theaterstück, einem Laternenumzug mit K. als St. Martin auf der lieben Flitzi, dem Kreisspiellied „Martin und der Bettler“ im Affenwald, mit Liedern und Lagerfeuer sowie wieder einmal einem köstlichen Buffet im Bauwagen mit einer wärmenden Gulaschsuppe von S., aufgewärmt auf unserem schönen neuen Holzofen mit Herdplatte. 

Ich hoffe, der „kurze“ Rückblick war kurzweilig genug, um Euch nicht zu langweilen oder gar zu ermüden!

Viele Grüße

Eva und das Waldteam

Erlebnisse im September 2017

Liebe Eltern!

Damit wir Euch mehr Einblick in unseren Waldkindergarten geben können, z.B. womit wir uns die letzten Wochen beschäftigt haben, was wir im Wald entdeckt und gelernt und was wir gespielt haben usw., wollen wir euch alle paar Wochen eine kleine Rückschau anbieten, die auf jeden Fall keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Der September begann mit einer erstaunlichen Entdeckung, so hat sich doch tatsächlich in unserem Kinderwald ein Wurzelzwerg namens Hurzel niedergelassen, für den unsere Kinder sogleich begannen wunderbare Zwergenstübchen und Spielplätze zu bauen. Wir lernten die Fingerspiele von „Himpelchen und Pimpelchen“ sowie „Auf einem Hohen Berge“, hörten Geschichten von Rotmütz, der Zwerg“ von Astrid Pomaska, liefen dem Walschrat hinterher, wobei jeder, der wollte, mal den Hurzel halten durfte und Bewegungen vorgeben durfte, die alle nachmachten. Wir sangen „Es tanzt ein Wi-Wa-Wurzelzwerg“, und  unsere Begrüßungslieder „Wir stehen hier im Kreis“ oder „Griaß di“ und bei Regenwetter „Wir denken nicht daran, uns einen Schirm zu kaufen“.  Wir spielten die Kreisspiele  „Mein rechter Platz ist frei“, „Wachhund Bello“, „Schau nicht um, der Fuchs geht um“ , „Tschuff- Eisenbahn“  und „Eule und Maus“ unsere Dauerbrennerspiele.              Wir feierten die Geburtstage von V., R. und  A..
Oft beobachteten wir unser Kinderwald- Eichhörnchen, das sich offensichtlich sehr über die Walnuss-Geschenke von S. freut. I. entdeckte einen Molch mit wunderschönem leuchtendorangem Bauch, T. fand einen Grashüpfer, S. beobachtete Ameisen, andere Kinder Asseln und wir alle suchten an einem Regentag nach Regenwürmern und legten sie in ein zylindrisches Beobachtungsglas, das wir mit verschiedenen Erd- und Laubschichten gefüllt hatten. Von Tag zu Tag konnten wir mehr erkennen, wie fleißig die Regenwürmer die Erd- und Laubschichten umarbeiteten, Gänge und kleinen Höhlen anlegten, bis wir sie schließlich wieder in die freie Natur entließen. Mit der Lupe versuchten wir die Borsten der Regenwürmer zu sehen und beobachteten ihre Art der Fortbewegung, erfuhren durch das Buch „Der Regenwurm“ unter anderem etwas  über ihre Art der Fortpflanzung, konnten aber leider keine abgelegten Ei-Kokons in unserem Beobachtungsglas entdecken. Während dieser Zeit der Beobachtung lernten wir das Fingerspiel „Ein Regenwurm mit Namen Klaus“.  Wir prüften die Wasserdurchlässigkeit  von Lehm, Humus und sandigem Boden, batzelten eifrig mit Lehm im Biberwald und lasen das Bilderbuch „Vom Leben in der Erde“ von A. Möller.
Mit einem Wollknäuel, das wir uns gegenseitig zuwarfen, entstand ein Netz, das uns vor Augen führte wir sind eine Gruppe und gehören zusammen, jeder ist wichtig. Auf dem Weg zum „schönen Wald“ entdeckten wir an einem sonnigen Morgen glitzernde, taubenetzte Spinnennetze, Radnetze und „Trampolinnetze“, lernten das Fingerspiellied „Eine kleine Spinne“, hörten die Geschichten „Gut versteckt“ und „Na warte! Sagt Schwarte“  und machten ein chemisches Farbexperiment an blauen Enzianblüten. Wir hielten einer Ameise die Blüte so lange hin, bis sie ihre Säuere darauf spritzte und es entstand ein winziger lilarosa Fleck auf dem Blütenblatt. Das wiederholten wir nochmal mit Essig, der für solche Zwecke stets dabei ist und färbten damit gleich zwei ganze Blütenblätter um.
Mit R., die ab Oktober in den Mutterschutz gegangen ist, durften immer zwei Kinder in den Bauwagen gehen, einer Geschichte lauschen und sozusagen deren Inhalt aus Papier falten, das hat den Kindern so gut gefallen, dass sie jeden Tag mit R. verschwinden wollten.  R. wir alle werden Dich sehr vermissen!
Im Freispiel kochten die Kinder aus Batz, Blättern und Kräutern leckere Süppchen , mit Straßenkreide bemalten sie der Fels und die Bäume  und mit Wasserfarben verzierten sie Stöckchen, Rindenstücke, Steine und Schneckenhäuser.  Aus Ästen bauten sie Lager bzw. Apotheken, aus Zweigen und Rindenstückchen  Zwergenhäuser  s.o., sie kletterten auf Bäume, schnitzten und sägten an Stöcken, untersuchten das Innenleben von Hagebutten, schürften Gold und spielten natürlich mit Begeisterung Rollenspiele.
Der krönende Abschluss des Monats war unser Ausflug auf den Gruber-Hof, auf dem wir die kleinen Lämmer streicheln durften und jedes Kind auf den gutmütigen Ponys Flitzi und Jacky reiten durften. Vielen Dank C., dass wir immer wieder zu Euch kommen dürfen! Wir  fühlen uns bei Euch schon richtig heimisch!

Der September ist nun schon vorbei und unsere Neuen haben sich, wie ich meine, schon recht gut für diese kurze Zeit bei uns eingewöhnt. Jetzt kommt der Oktober mit buntem Laub, Blätterfall, Regen, Nebel, hoffentlich auch Sonnenschein, Laternen basteln und vielen neuen Erlebnissen und Entdeckungen im Wald. Bestimmt geht das Kindergartenjahr  so spannend weiter wie es mit dem September angefangen hat.

Es grüßt Euch herzlich

Euer Waldteam

 

Gemeinsames Projekt „Science meets Children“ mit der TU München

P1010316Das neue Kindergartenjahr startet mit einem aufregenden Projekt „Science meets Children“, bei den unsere Waldkindergartenkinder mitwirken dürfen. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der TU München und Schüler der Klasse 2b der Alfons-Peter Grundschule in Peiting, wird ab dem 18. bis 20. September 2014 geforscht, dass die Ohren rauchen und die Köpfe qualmen.

Es bilden sich ca. 10 Forscherteams aus jeweils 2 Wissenschaftlern, 2 Kindergartenkindern, 2 Schulkindern und mindestens einer Bezugsperson für die Kinder.

Ab Donnerstag wird zum Thema „Phosphor in Wäldern“ geforscht und dokumentiert. Am Samstagvormittag von 10.00 Uhr bis 13.30 Uhr werden im Rahmen eines Elternfrühstücks die Ergebnisse den Eltern, diversen Honoratioren und der Presse präsentiert.