Schneeglöckchen im März und April 2019

Liebe Eltern!

Wieder sind zwei spannende Monate ins Land gegangen und es ist an der Zeit eine kleine Rückschau zu halten, um Euch dadurch ein bisschen an unseren Erlebnissen im Wald teilhaben zu lassen. Nach unserem Kehraus in der Peitinger Eishalle am Faschingsdienstag überraschte Christina unsere Wurzelzwerge am folgenden Tag mit einer Kutschfahrt mit der lieben Hanni zur Kiesgrube. Bereits in den Faschingsferien begannen wir, um uns langsam auf das Frühjahr einzustimmen, den Kindern zur Brotzeit Geschichten über Hasen und Schneeglöckchen und „Warum der Schnee weiß ist“ vorzulesen. Natürlich hat das mitleidige Schneeglöckchen dem einstmals farblosen Schnee von seiner Farbe abgegeben und darf aus Dankbarkeit nun mitten im Schnee blühen. Selbstverständlich hinterfragen wir manchmal solche märchenhaften Geschichten auch, um natürliche Phänomene zu erklären, und überlegen, ob die Geschichte wirklich so stimmen kann und, warum der Schnee tatsächlich weiß erscheint, obwohl er doch aus farblosem Wasser entstanden ist. Außerdem haben wir ein Schneeglöckchen genau betrachtet und seine Organe von Wurzel, Zwiebel, Blätter Stängel bis zur Blüte hinauf bewundert und benannt. Schließlich haben wir es im Mäusewald eingegraben, damit dort vielleicht in den nächsten Jahren eine Schneeglöckchen-Kolonie entstehen kann. Auch hat es uns Spaß gemacht, selbstgebaute Schiffchen dort im kleinen Tümpel treiben lassen.

Nach den Faschingsferien überraschte uns ein heftiges Wintergewitter mit Graupelschauer und wir flüchteten uns schnellstens vom Affenwald in den beheizten Bauwagen und beobachteten von drinnen das wilde Treiben draußen. Wer wollte, der durfte zum Zeitvertreib von sich ein Selbstportrait malen. Doch gleich am nächsten Tag war das Wetter so mild, dass wir wieder bis zur Kiesgrube wanderten. Dort bemalen unsere Wurzelzwerge leidenschaftlich gerne die vielen großen Steine mit Wasserfarben, lieben es aber auch die steilen Hänge zu erklimmen und auf dem Hosenboden wieder runter zu rutschen und vieles mehr. Als „Genau-Hinschauen-Übung“ durfte jeweils ein Vorschulkind die Knospen von einem Laubbaum beschreiben. Wir verglichen und besahen uns einzeln die verschiedenartigen Knospen von der Esche (schwarz, eher rundlich), der Buche (braun, sehr spitz), der Eiche (klein, braun, knubbelig), dem Ahorn (grün, relativ groß), der Kastanie (klebrig, braun glänzend, sehr groß) und der Weide, bei der schon die silbernen Kätzchen hervorspitzten, und die Vorschulkinder unternahmen mit großem Eifer Knospen-Suchspiele auf dem Rückweg in den Kinderwald. Am folgenden Tag durfte jedes Kind eine große Kastanienknospe schälen, d.h. erst die Hüllblätter entfernen, dann den weichen Flaum befühlen und nach und nach die pelzigen Blätter aufklappen, bis die Ansätze der Kastanienblütenkerze sichtbar wurden.
Der März benahm sich wie der April und suchte uns schon wieder mit einem Schneesturm heim. Im Bauwagen lasen wir dann ein dazu passendes Bilderbuch von “Lars, dem kleinen Eisbären“ vor und die Geschichte von „Frühling und Winter“, die miteinander stritten, wer von ihnen der Wichtigere sei. Ein Bauer sollte den Streit schlichten und befand am Ende, dass ihm der eine so lieb wie der andere ist, da beide auf ihre Art hilfreich für die Natur sind.
Langsam wurde es Zeit, Osternester zu basteln und unsere Wurzelzwerge wickelten geschickt Stränge von altem, vertrocknetem Klettenlabkraut zu runden oder ovalen Nestern, die sie mit frischem Moos auspolsterten und mit allerlei „Schätzen“, wie leeren Schneckenhäusern, Weidenkätzchen, ersten Blüten usw., ausschmückten. In dieser Zeit las Moni die Geschichte von „Hörbe mit dem großen Hut“ bis zum guten Ende und zur glücklichen Heimkehr von Hörbe und Zwottel vor. Außerdem lernten wir wieder unser Frühlingslied „Grünes Gras und bunte Blumen“ und wenn es regnete sangen wir „Wir denken nicht daran uns einen Schirm zu kaufen!“, wir spielten „Hoch am Himmel“, „Wer hat den Keks aus der Dose geklaut“ (bzw. …das Ei aus dem Nest…), „Fischer, welche Fahne weht heute?“, „Hexe, was kochst du“ und viele andere.
Als unser ältester Wurzelzwerg sein sehnlichst erwartetes Brüderchen bekam, durften wir die ersten Fotos anschauen und haben uns sehr mit ihm über das süße Baby gefreut.
Aber weil im Frühling auch sehr viele Wildtiere Nachwuchs bekommen und es für unsere Wurzelzwerge dabei durchaus gefährlich werden kann, wenn sie aus Versehen z.B. die Kinderstuben der Frischlinge stören, indem sie ins Dickicht laufen, haben wir Tiergeschichten vorgelesen von Tieren, die eben im Frühjahr ihre Jungen bekommen. So lasen wir von der Wildschweinmama und ihren Frischlingen vor (und sprachen ein Betretungsverbot für das Dickicht aus), vom Reh und seinem Kitz, von der Hirschkuh und ihrem Kalb, vom Luchs und dem Fuchs, auch das schöne Bilderbuch „Der Findefuchs“, in dem eine Füchsin ein Fuchsjunges adoptiert und mit ihm viele Gefahren bestehen muss, bis sie gemeinsam in ihrem sicheren Fuchsbau ankommen. Wir hörten eine Geschichte vom Specht, der jedes Jahr aufs Neue eine Spechthöhle „zimmern“ muss, damit sein Weibchen zufrieden ist, während die vorjährigen Höhlen von Meisen und Fledermäusen genutzt werden.
Im „Osterhasenwald“ entdeckten wir nach der Schneeschmelze an vielen Stellen den wunderschönen, „scharlachroten Kelchbecherling“ Das ist ein holzzersetzender Pilz, dessen Fruchtkörper die Größe einer Kinderfaust erreichen kann und der auf am Boden liegenden Ästen wächst, der basische Böden liebt und vorwiegend in Ahornwälder lebt. Er wird als gefährdet eingestuft.

Auf unseren Wanderungen in die verschiedenen Waldgebiete bestaunten wir die Schönheit von Schneeglöckchen, Märzenbecher, Leber- und Schlüsselblümchen, entdeckten die ersten Veilchen, Vergissmeinnicht, Buschwindröschen, Waldbingelkraut, Milzkraut, Sumpfdotterblume und Butterblume sowie kürzlich das lila blühende Immergrün. Wir überlegten, warum diese Blümchen so früh blühen wollen, obwohl es doch oft noch so kalt ist. Und lernten, dass sie sich so beeilen müssen, weil sie bald keine Sonnenstahlen mehr abbekommen, wenn erst die Laubbäume ausgetrieben sind. Wir sogen den schweren, süßen Duft der rosa Blüten des giftigen Seidelbaststrauches ein und die Wurzelzwerge lernten, dass seine – ähnlich wie rote Johannisbeeren aussehenden – Früchte sehr giftig sind.

Der März endete mit dem „Tag der offenen Bauwagentüre“ und wir hatten wirklich Glück mit dem sonnigen Wetter. Herzlichen Dank an alle, die sich dafür Zeit genommen haben! Erfreulicherweise hatten wir auch einige Interessenten, die sich unseren Waldkindergarten anschauen wollten.

Anfang April wanderten wir sogar bis zum Drachenwald und batzelten dort mit frischem Lehm, bauten Brücken über den Bach, ließen uns zu einer Moosschlacht hinreißen, entdeckten große Laufkäfer und beobachteten die ersten Tagpfauenaugen. Wir lernten das Handgestenspiel „Ein Häschen wollt‘ spazieren geh’n“, und das Fingerspiel „Fünf Männer sind in den Wald gegangen und wollten den Osterhasen fangen“, sangen das Spiellied „Auf dem grünen Wiesenwasen hoppeln nette kleine Hasen“ und das Lied von „Stups, dem kleinen Osterhasen“. Wir bemalten ausgeblasene Eier mit Wasserfarben und hängten sie am Rosenstrauch im Kinderwald auf, lasen die Bilderbücher „Die Häschenschule“ und „Frohe Ostern, Pauli“ vor, sowie verschiedene Hasengeschichte z.B. über einen Angsthasen und zehn Osterhasen und eine über ein junges Häschen, das noch nicht gelernt hatte ganz still zu sitzen bis schließlich der Fuchs kam. „Ich bin ja bloß ein Erdenkloß“, dachte es die ganze Zeit, bis sich der Fuchs wieder getrollt hatte. Als dann Ostern näher rückte und der Osterhase immer öfter zur Freude der Kinder seine süßen Eier verlor und ein Wurzelzwerg ihn doch tatsächlich in der Nähe des Räuberwaldes hoppeln gesehen hatte, lasen wir die schöne Geschichte „Der Ostermond“ vor, in welcher der Zusammenhang zwischen dem erstem Frühlingsvollmond und dem Osterfest hergestellt wird und die Kinder bekamen den Auftrag nach dem Mond Ausschau zu halten. Leider war es zu dieser Zeit oft bewölkt… In der Geschichte „Die kleine Sonne“ erfuhren die Kinder, dass in jedem Ei eine kleine gelbe Sonne verborgen ist. Das probierten wir natürlich gleich an hart gekochten Eiern aus und präparierten die Dotterkugel als kleine Sonne heraus.

Als dann alle Wurzelzwerge ihre Osternester fertig gebastelt und eines Mittwochs zwischen den Fichtenwurzeln im Kinderwald versteckt hatten, kam tatsächlich der Osterhase vorbei und füllte ihre Nester reichlich. War das eine Freude!

Weil Mitte April endlich auch die Blätter des Bärlauchs aus der Erde strebten, bereiteten wir uns gleich zweimal hintereinander köstliche Bärlauch-Knödel mit frisch geriebenen Parmesan und zerlassender Butter zu. Hmmm! Die waren richtig guat! – Nicht lecker!!!

Wir wanderten oft zum Räuberwald, die Kinder bauten dort gleich mehrere Tipis, bastelten Bögen, schnitzen sich Pfeile dazu und überfielen sich gegenseitig. Wir entdeckten dort eine riesige Fichte und probierten aus, wie viele Wurzelzwerge es braucht um sie zu umfassen. Außerdem entdeckte Moni ein winziges Vogelnest, vermutlich von einem Zaunkönig. Wir lasen dann dort ein Bilderbuch über Nester vor und wegen des Frühlingserwachens, aber auch wegen des nahenden Muttertags die Bilderbücher „Die Pflanzenmutter“ und „Die Wurzelkinder“ und begannen Ende April die Muttertags-Geschenke zu basteln. Wir spielten in dieser Zeit „Schau nicht um, der Fuchs geht um“, „Eule und Maus“, „Wachhund Bello“, „Mein rechter Platz ist frei“ und ein kompliziertes Fangenspiel, das uns eine ehemalige Wurzelzwergin in den Ferien beigebracht hat. Schließlich am 30. April lasen wir den Kindern aus dem Jahreszeitenbuch die Geschichte „Der Hexenbesen“ vor, die erzählt, wie es zum ersten Maibaum kam.
Nun, das war es dann auch schon wieder mit dem Rückblick. Natürlich haben wir noch viel mehr gespielt, gesungen, entdeckt, erforscht, erfunden und erzählt. Aber wie immer erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern möchten Euch nur eine Einblick in unser spannendes Waldleben gewähren.

Herzlich grüßt Euch
Euer Waldteam
Christina, Miriam, Moni und Eva

Januar-Schneemassen im Wald

Liebe Eltern!

Das neue Jahr 2019 beschenkte uns am ersten Januarwochenende mit solchen Schneemengen, wie wir sie schon lange nicht mehr hatten. War das eine Freude für unsere Wurzelzwerge! Natürlich bedankten wir uns bei König Winter gleich mit dem Handgestenspiel „Schneeflöckchen kamen vom Himmel geflogen“, das wir schon vor den Ferien geübt hatten. Aber nach dem Morgenkreis ging es natürlich gleich zu unserem Schlittenhang, wo wir erst einmal mühsam die Schneemassen weg- und plattrutschen mussten, bevor wir dort wirklich Tempo machen konnten. Und während sich die Kinder um den Hang kümmerten, fing ich an einen Schneehügel aufzuhäufen, damit daraus ein Iglu herausgebuddelt werden kann. Freilich fanden sich schnell viele kleine Helfer ein, die fleißig mitschaufelten. Als es dann fertig ausgehöhlt war, liebten es die Kinder, das Dach zu erstürmen, sich darauf breit zu machen und keinen anderen mehr drauf zu lassen, oder auch sich innen hinein zu verkriechen oder Schneeballvorräte darin anzulegen. Zur Brotzeit im gemütlich eingeheizten Bauwagen erzählten wir uns von unseren Weihnachtsferien, vom Christkind und natürlich von den in Erfüllung gegangenen Wünschen. Wir lasen die „Geschichte von den zwölf Monaten“ und „Der alte Silvester und das Jahrkind“, überlegten uns was schön im alten Jahr war, und auf was wir uns im neuen Jahr freuen.

Die Wurzelzwerge liebten es, viele verschiedene Bilderbücher von „Lars, dem kleinen Eisbären“, die Geschichten von „Stummel im Winter“ (Feldhase) und von „Hörbe mit dem großen Hut“ vorgelesen zu bekommen. Sie lernten das Fingerspiel „Fünf Brüder gehen in den Wald“ und spielten natürlich liebend gerne im Abschluss oder Morgenkreis „Pitsch, patsch, Pinguin“. Da die Schneelast auf den Bäumen zu hoch war um in den Wald gehen zu können, verbrachten wir die Freispielzeit am Schlittenhang und auf der Wiese vor dem Bauwagen, wo Schneemänner, Schnee- und Feenburgen und vieles mehr aus Schnee entstand, was wir natürlich auch mit bunten Wasserfarben wunderschön verzierten, oder wir lieferten uns eine lustige Schneeballschlacht. Doch trotz unseres großen Spaßes im Schnee vergaßen wir nicht die Not unserer gefiederten Freunde und so „kochten“ wir wöchentlich große Mengen Vogelfutter (ein Gemisch aus Fett und verschiedenen Körnern), füllten damit unsere selbstgebastelten Futterglocken aus Tontöpfen mit einem Ästchen durchs Abflussloch, Kokosschalenhälften oder beschmierten große Kiefernzapfen damit und hängten alles am Weißdornstrauch hinter dem Bauwagen auf. So konnten wir dann während der Brotzeit wieder viele Vögel beobachten und anhand unserer Vogelplakate im Bauwagen bestimmen, wer denn da gerade zum Naschen kommt. Einmal konnten wir auch zwei Eichhörnchen auf der Wiese beobachten, die vermutlich in Paarungslaune die Welt um sich herum vergessen hatten und wie wild am Wiesenrand oberhalb des Kinderwaldes Fangstel spielten. Weil es Mitte Januar dann auch so richtig zapfig kalt wurde, schmückten wir die Sträucher in der Nähe des Bauwagens mit vielen von den Kindern selbstgemachten wasserfarbenbunten Eisanhängern, die sich fröhlich im Wind drehten und schaukelten oder es wurden diese von vornehmlich Wurzelzwerginnen gebraucht, um damit ihre köstliche aussehenden Eistorten zu verzieren. Natürlich spielten wir auch ab und zu unsere Klassiker wie „Wachhund Bello“, „Hexe, was kochst du?“, „Fischer, welche Fahne weht heute?“, „Bewegungsboogie“ und „Mein rechter Platz“; besonders gerne aber spielten die Kinder das Kreissingspiel „Im Garten steht ein Schneemann“ und sangen zum Abschlusskreis „Das Spiel ist nun zu Ende“. Manchmal legten wir uns zum Abschluss auch einfach in den weichen Schnee und spürten, wie gemütlich es sich dort liegen lässt, während man dabei die Wolkenbilder über sich vorbei ziehen lässt und darin Fabelwesen entdeckt oder einfach nur Flugzeugen beim Himmeldurchkreuzen zusieht und währenddessen zuhört, was jeder so im Abschlusskreis den anderen von seinem Kindergartentag erzählen möchte.

Als der Schnee dann hart und harschig wurde, mussten wir zuweilen den Schlittenhang sperren, weil die Fahrt darauf sonst zu rasant und gefährlich für unsere Wurzelzwerge geworden wäre. Das Fahrverbot wurde natürlich schnellstens wieder aufgehoben, sobald frischer weicher Schnee gefallen war. Als im Januar dann die Bäume soweit schneefrei waren, dass wir uns gefahrlos aber ordentlich schwitzend durch die hohen Schneemassen in den Spechtwald kämpfen konnten, um nachzusehen, ob die Waldtiere ihre Futter-Christbäume entdeckt und leergefuttert hatten, entdeckten wir auf dem Rückweg über den Affenwald dort unzählige Eichhörnchen-Spuren im Schnee, als hätten sie dort eine wilde Party gefeiert. Wenn frischer Schnee fiel betrachteten wir gerne die Schneeflocken mit Lupe oder Mini-Mikroskop und staunten auch darüber wie Baumflechten und Moose unter dem Mikroskop aussehen. Wir lasen in dieser Hochwinterzeit die wunderschönen Bilderbücher „Olles Reise zu König Winter“, „Tomte Tummetott“, „Rotschwänzchen, was machst du hier im Schnee?“, und die Geschichte von den Spatzenkindern, die im Winter kein Futter mehr finden und denen ein lieber Wurzelzwerg mit Futter aushilft und der, um männliche und weibliche Spätzchen zu unterscheiden, den Spatzenjungs schwarze Lätzchen umhängt. Seitdem bekommen noch nicht einmal ein Jahr alte männliche Spatzenkinder in den Januarwochen vorne an der Kehle einen schwarzen Fleck und können so leicht von den Weibchen unterschieden werden. Tatsache! Wir spielten das Kreissingspiel „Heute woll’n wir Schlittenfahren“, und Anja brachte uns das lustige und schweißtreibende Bewegungslied „Ich bin ein kleiner Schneemann“ bei, das für mich durchaus Parallelen zur Skigymnastik aufweist, und das dann auch noch im Tiefschnee auf der Wiese eher geturnt als gespielt wurde, so hielten wir uns warm in der Januarkälte.

In diesem Monat bekamen wir auch immer mal wieder Besuch von interessierten Schnupperfamilien, und unsere Wurzelzwerge verhielten sich wirklich vorbildlich und luden die Schnupperkinder eifrig zum Mitspielen ein.

Schon Anfang Februar merkte man an den Wurzelzwergen, dass sie sich auf die fünfte Jahreszeit zu freuen begannen. Und so brachte unser ältester Wurzelzwerg das lustige Buch „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ zum Vorlesen mit, außerdem lasen wir vor: „Räuber Hotzenplotz, die fabelhafte Entdeckung“, die Bilderbücher „Der kleine Angstdrache“, „Hokuspokus in der Nacht“, „Räuber Ratte“, „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“, „Der Schrecken aller Monster“, Geschichten aus „Der kleine Zauberer“, ein Gedicht über das Echo, das alle foppt, und natürlich einige Geschichten aus Ottfried Preußlers „Die kleine Hexe“. Zu unseren vielen Brotzeitsprüchen und –liedern kam ein neues Quatschlied hinzu, nämlich „Wir haben Hunger“, in dem es darum geht, dass wir nötigenfalls bereit sind Fliegen, Schnecken und sogar Schlangen aus dem Wald zu essen. Außerdem sangen wir aus gegebenem Anlass das witzige Lied vom „Nein-Schwein“, und jeder steuerte ihm bekannte oder selbst erfundene Strophen zu „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ bei. Wir ließen uns vom mächtigen „Zauberer Schrappelschrut“ in verschiedenste Tiergestalten verwandeln und entdeckten im Schnee immer wieder frische Tierspuren von Fuchs, Hase, Reh, Eichhörnchen und Vögeln, auch spielten wir wieder öfter „Eule und Maus“ oder „Schau nicht um, der Fuchs geht um“. Während wir im Januar wöchentlich nur für die überaus hungrigen Vögel „gekocht“ hatten, dachten wir im Februar auch wieder an uns und bereiteten uns auf dem Lagerfeuer wirklich „guate“ (aber ja nicht „leckere“!!!- des is ned boarisch!!!) Quarkbällchen oder besser Topfnkugal zu, und weil das unseren Wurzelzwergen so viel Spaß gemacht und so guat g’schmeckt hat, haben wir die gleich zweimal hintereinander gemacht. Dadurch hatten die Kinder endlich wieder frische Holzkohle zum Kochen-Spielen und Sich-Hände-und-Gesicht- schmutzig-Machen zur Verfügung!

Natürlich haben wir in den beiden Monaten auch einige Wurzelzwerg- Geburtstage gefeiert, und angeregt durch eine Geburtstagsgeschichte haben wir uns einen Wasserkompass gebaut. Was das ist und wie das geht? – Na, fragt doch mal Eure Kinder, vielleicht wissen die es ja noch! Am „Lumpigen Donnerstag“ feierten wir dann unser Faschingsfest im „Schönen Wald“ und hatten viel Gaudi beim Topfschlagen, Würstel- Angeln, „Tierlein, wie heißt du?“ und Fangstl-Spielen. Zur Brotzeit hat

Christina selbst gemachte tagesfrische köstliche Krapfen für alle mitgebracht. Das war ein Fest!!! Als abschließenden Höhepunkt spielten wir unseren Wurzelzwergen dann das Kasperltheater „Kasperl und die verzauberte Prinzessin“ vor. Am Faschingsdienstag dann feierten wir – erfreulicherweise gemeinsam mit vielen Ehemaligen -unseren „Kehraus“ in der Peitinger Eishalle wild verkleidet, und mit einem üppigen und absolut guaten!!! Büffet mit viel Spaß und bester Laune beim schnellen oder langsamen Kratzen über’s Eis.

Das war es dann auch schon wieder! Jetzt fängt schon bald der Frühling an, und es gibt wieder viel Neues zu erkunden und zu entdecken! Denn schon am 21. Februar beobachteten wir den ersten Schmetterling, einen kleinen Fuchs!

Herzlich grüßt Euch Euer Waldteam

Rückschau von Juni bis August 2018

Liebe Eltern!

Die beiden Monate Juni und Juli hatten folgende zwei wesentliche Schwerpunkte: der Abschied von unseren diesjährigen Vorschulkindern einerseits und unser Sommerthema „Was fliegt denn da? – Insekten!“ andererseits.

Anfang Juni besuchten wir endlich einmal wieder unseren Zauberwald, und die Kinder töpferten begeistert mit dem frischen Lehm aus dem Bachbett. Wir hörten zur Brotzeit eine Geschichte von der „Biene Maya“, und im Anschluss brachen wir zu einer Abenteuer- wanderung zu einem kleinen, geheimen Tümpel auf, an dem sich bestimmt in Vollmondnächten die Feen und Elfen versammeln… Da gerade der Holler noch in voller Blüte stand, buken wir uns am folgenden Tag auf unserer Feuerschale köstliche Hollerkücherl aus. Wie mühsam Eischnee ohne Elektrohandrührgerät zu schlagen ist (wie zu Urgroßmutters Zeiten), lernten die Kinder auf diese Weise auch gleich noch.

Wir entdeckten auf unseren Ausflüge zum Windrad einen Eichenzweig mit murmelgroßen Gallen, die vor winzigen Fliegen nur so wimmelten, und eine Pferdeherde, die wir beim nächsten Mal bei einer Abenteuerwanderung durch den dortigen Wald wieder finden wollten, aber nicht mehr sahen. Auch Gelbbauchunken in den Pfützen am Parkplatz konnten wir beobachten. Wir bestimmten Blätter, Blüten und Früchte von Sträuchern und Bäumen des Waldes, sammelten auf der Wiese Kräuter für unsere selbstgemachte Kräutersalbe (Spitzwegerich, Schafgarbe, Rotklee, Rose) und beobachteten dabei eine Junikäferhochzeit von Tausenden Junikäfern. Mit den Becherlupen beobachteten wir wunderschöne schillernde Käfer, ein „Winden-Federgeistchen“ (kleiner Nachtfalter) und vergrößerten uns damit jede Menge Marienkäferlarven, die an den Brennnesseln im Affenwald zu finden waren.

In den folgenden Wochen lasen wir die Bilderbücher von der „Raupe Nimmersatt“, „Im Traum kann ich fliegen“ (eine Geschichte über die Freundschaft zwischen einem Engerling, dem Käfer „Rotolo“ und der in der Erde überwinternden Raupe „Ria“), die Schmetterlingsgeschichten „Die goldene Hülle“, „Blauflügel“, „Woher der Schmetterling seinen Namen hat“, „Eine Raupe geht auf Reisen“, dazu eine Sachgeschichte über eine Raupe, außerdem „Das Märchen vom Prinz Schmetterling“ und „Yoy, die Raupe“. Auch von unseren Wurzelzwergen mitgebrachte Sachbilderbücher über Marienkäfer und andere Insekten lasen wir vor, ferner zwei Geschichten vom Leben eines Mistkäfers und eine vom „Bienchen Sumsum“, die Bilderbücher „Biene Mela“ und „Bienen“ , und aus dem wunderschönen Buch von A. Möller „Nester bauen und Höhlen knabbern“ die Kapitel über die Mauerbiene, die Blattschneidebiene, die Pillenwespe und den Zigarrenwickler.

Wir sangen begeistert unser Kinderwaldlied und lernten das Kreissingspiel „Schmetterling, du kleines Ding“, sowie ein Fingerspiel vom Leben einer Raupe. Mit unseren Großen übten wir Schleife binden und sie schrieben die Buchstaben „WURZELZWERGE“ für unsere Holzscheiben am Bauwagen vor, die dann auch die Kleineren farblich mitgestalten durften.

Ein ganz besonderer Höhepunkt in dieser Zeit aber war der Besuch unseres Lieblingsimkers, Thomas Müller, der für uns extra einen Bienenkasten auf unserer Wiese am Bauwagen aufgestellt hatte, und der für uns die Rahmen mit den Waben herauszog und uns so einen Blick in das wuselige Treiben in einem Bienenstock werfen ließ. Dabei konnte er uns viel über das Leben und die Nützlichkeit der Bienen erzählen. Mit Hilfe der Kinder markierte er an diesem Tag sogar die Bienenkönigin mit einem hübschen Glitzersteinchen. Danach bekamen unsere Wurzelzwerge sogar noch köstliche Honigbrote geschmiert, die sie verschlangen, als wären sie seit Tagen ausgehungert worden. Außerdem beobachteten wir täglich gespannt, wie unsere extra im Internet bestellten Distelfalterraupen und unsere selbst gesammelten Tagpfauenaugenraupen futterten und futterten und dicker und dicker wurden, bis sie sich endlich an ihren Hinterbeinen aufhängten und verpuppten, um dann ca. zwei Wochen zu ruhen, sich in aller Heimlichkeit zu verwandeln und schließlich als Schmetterlinge zu schlüpfen. Was für ein Wunder! Unseren Juni- und Juli-Geburtstagskindern kam dann stets die ehrenvolle Aufgabe zu, den frisch geschlüpften Schmetterlingen die Freiheit zu schenken. Ganz besonders neugierig machte uns aber eine große dicke hellgraue Raupe, die einer unserer Wurzelzwerge eingesponnen in seiner Faserpelzweste gefunden hatte. Was für ein Schmetterling würde wohl daraus werden? Sie ließ sich ganz schön Zeit mit ihrer Verwandlung! Aber schließlich schlüpfte ein „blaues Ordensband“ aus dem Kokon. Unseren Wurzelzwergen machte es auch gewaltig Spaß, die Schmetterlinge, die sich auf der Wiese tummelten, behutsam mit dem Schmetterlingskescher einzufangen und mit Hilfe unseres Schmetterlingsbuches zu bestimmen. Meistens waren es die „braunen Waldvögel“, die sich einfangen ließen. Einmal paarten sich sogar zwei Schmetterlinge in den Haaren eines Wurzelzwergmädchens. Animiert von so vielen Schmetterlingsbeobachtungen hatten wir die Idee, die Geschichte der kleinen Raupe „Nimmersatt“ als Theater den Eltern am Sommerfest vorzuspielen und begannen mit den Vorbereitungen dazu.

Aber leider war diese wunderschöne sommerliche Entdeckerzeit auch die Zeit, in der wir uns auf den Abschied von unseren tollen großen Wurzelzwergen, die in die Schulen drängen, vorbereiten mussten. Also knoteten wir wie jedes Jahr gute Wünsche für unsere zukünftigen Schulkinder in weiße T-Shirts und färbten diese dann türkis ein, sodass viele weiße Glückwunschsonnen auf den T-Shirts aufleuchteten. Außerdem überlegten wir uns gute Wünsche, die wir ihnen auf große schwere Kieselsteine schrieben, damit sie nicht vergessen, welche guten Wünsche sie in den neuen Lebensabschnitt begleiten sollen. Ja, und dann durften alle zukünftigen Schulkinder mit uns Kindergärtnerinnen in der Kiesgrube übernachten. Christina holte uns alle mit der Kutsche vor der Peitinger Eisdiele Pinocchio ab, und eisschleckend wurden wir zur aufgelassenen Kiesgrube beim Indianerwald kutschiert. Von dort aus machten wir eine Schatzsuche bis zu den Schnalzhöhlen und kehrten müde, aber guter Dinge zu unserem Übernachtungsplatz zurück. Wie schön, dass wir im Dunkeln noch Glühwürmchen entdecken konnten! Am nächsten Morgen bekamen wir von unseren Vorschulkinder-Eltern ein leckeres Frühstück gebracht und erzählten ihnen dafür von unseren nächtlichen Abenteuern. Am neunten Juli dann hatten unsere Vorschulkinder unseren letzten Schulkooperationstermin mit der Alfons-Peter-Grundschule (APGS), und wir feierten dort auf dem Bolzplatz ein lustiges Sportfest mit allen Vorschulkindern sämtlicher Kooperations- kindergärten der APGS. In der gleichen Woche feierten wir dann auch noch bei schönstem Sommerwetter unser Sommerfest, und es war so gemütlich im Wald, dass es uns wirklich schwer fiel, abends nach Hause zu gehen. Eine Woche später unternahmen wir einen Ausflug ins Peitinger Freibad und machten daraus gleich ein Elternfrühstück mit einem gemeinsamen leckeren Buffet. Da uns dieser Sommer mit warmen Sonnenstrahlen nur so verwöhnte, machten wir uns sehr oft auf den langen Weg zur Ammer am Kalkofensteg, und die Wurzelzwerge genossen das kalte Flusswasser als Abfrischung. Aber auch andere verwunschene Plätze mit kühlen Bächen suchten wir diesen Sommer oft auf und pritschelten dort barfuß im Wasser. Schließlich kam der 25. Juli, der Tag, an dem wir feierlich unsere Vorschulkinder „rausschmissen“ und wir ihnen das Bilderbuch vom „Ernst des Lebens“ vorlasen, damit sie wissen, was jetzt so alles auf sie zukommen wird. Wir wünschen ihnen das Beste und hoffen, dass sie uns nicht vergessen und uns oft im Wald besuchen kommen!

Die ersten beiden Augustwochen verbrachten wir zum großen Teil an der Ammer unten und wunderten uns darüber, dass uns nur ein einziges Schnupperkind regelmäßig besuchen kam.

Gemeinsames Projekt „Science meets Children“ mit der TU München

P1010316Das neue Kindergartenjahr startet mit einem aufregenden Projekt „Science meets Children“, bei den unsere Waldkindergartenkinder mitwirken dürfen. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der TU München und Schüler der Klasse 2b der Alfons-Peter Grundschule in Peiting, wird ab dem 18. bis 20. September 2014 geforscht, dass die Ohren rauchen und die Köpfe qualmen.

Es bilden sich ca. 10 Forscherteams aus jeweils 2 Wissenschaftlern, 2 Kindergartenkindern, 2 Schulkindern und mindestens einer Bezugsperson für die Kinder.

Ab Donnerstag wird zum Thema „Phosphor in Wäldern“ geforscht und dokumentiert. Am Samstagvormittag von 10.00 Uhr bis 13.30 Uhr werden im Rahmen eines Elternfrühstücks die Ergebnisse den Eltern, diversen Honoratioren und der Presse präsentiert.